2.5 Plattwanzenartige I

2.51 Bett- oder Plattwanzen Cimicidae (5 Arten)

Nachtaktive, 5 - 6 mm große, flügellose, kleine, flache, fein behaarte Tiere mit fast halbkugeligen Facettenaugen, keine Punktaugen; vier Fühlerglieder; Rüssel viergliedrig; Halsschild in etwa halbmondförmig, Schildchen klein, Hinterleib ausladend, quer gerippt;  drei Fußglieder.  Als Parasiten an Warmblütlern (Primaten, Vögeln, Fledermäusen) können sie nach einer Blutmahlzeit, bei der sie ihr Körpergewicht mehr als verdoppeln, monatelang fasten.


2.52 Blumenwanzen Anthocoridae (63 Arten)

Länglich bis eiförmig, flach, bis 5 mm lang;  meist glänzend schwarzbraun mit undeutlicher, heller Zeichnung. Kopf klein, vorgestreckt; Punktaugen;  Fühler viergliedrig, fadenförmig, ungefähr so lang wie Kopf und Halsschild zusammen; der dreigliedrige Rüssel wird frei getragen; Halsschild trapez- bis glockenförmig mit flacher Mulde; Membran mit vier oder fünf unverzweigten Adern; drei Fußglieder. Tiere ernähren sich räuberisch und stechen manchmal auch Menschen, um Blut zu saugen.

 


2.53 Flechtenwanzen Microphysidae (9 Arten)

Sehr kleine räuberische Arten; nur die Männchen sind langflügelig, die Weibchen immer mit stark verkürzten Flügeln und verkümmerten Punktaugen, sie haben ein mehr käferartiges Aussehen; Fühler viergliedrig; zwei Fußglieder.


2.54 Gespensterwanzen Phymatidae (1 Art)

Vier Fühlerglieder; zwei Fußglieder; Rüssel ist nur scheinbar dreigliedrig; Tiere können Töne erzeugen. In Europa kommen nur zwei Arten vor.  Auf eine weitere Beschreibung wird hier verzichtet.


2.55  Gitter- oder Netzwanzen Tingidae (79 Arten)

1,5 bis 5,0 mm lang, flach;  Fühler viergliedrig, ungefähr so lang wie die Flügel, 2. Glied etwa halb so lang wie das innere; keine Punktaugen;  Halsschild meist mit drei Kielen, nach hinten über das Schildchen verlängert, sodass dieses nicht sichtbar ist; oft breiter, netzartiger Seitenrand; Flügel netzmaschig mit schönen Mustern; Rüssel viergliedrig; zwei Fußglieder. träge Pflanzensauger. 


 

2.56 Raubwanzen Reduviidae (20 Arten)

Größere, teils gedrungene, teils mückenhaft schlanke Tiere; Fühler viergliedrig, geknickt, halb körperlang;  Punktaugen;  kräftiger, dreigliedriger, in Ruhestellung sichelartig gekrümmter Rüssel, dessen Spitze ein fein quergerilltes Feld an der Brustunterseite berührt, das als Schrillorgan dient; Kopf hinten halsartig verjüngt und beweglich; Füße dreigliedrig; Tiere ernähren sich räuberisch; die Vorderbeine sind kräftig und zum Jagen und Festhalten von Beutetieren geeignet; zu ihrer Verteidigung stechen sie auch Menschen. Stich ist sehr schmerzhaft.


2.57 Sichelwanzen Nabidae (18 Arten)

Schlank, 5 bis 15mm lang, hell- bis dunkelbraun; viergliedrige, geknickte Fühler; Punktaugen; Rüssel viergliedrig, lang, dünn, in Ruheposition sichelartig nach hinten gekrümmt; oft reduzierte Flügel; Füße dreigliedrig. Die Tiere ernähren sich räuberisch, suchen tierische Beute am Boden oder in der Krautschicht. Wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, stechen sie auch Menschen. Die Stiche sind schmerzhaft wie Bienenstiche.